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12. February 2018

MEDIENINFORMATION: GMD Georg Fritzsch vollendet seinen "Ring".

Georg Fritzsch ist seit Herbst 2003 Generalmusikdirektor an der Oper Kiel. Darüber hinaus ist er ein gefragter Gastdirigent nicht nur, aber besonders für das Deutsche Fach. Sein von der Presse gefeiertes Dirigat der Neuinszenierung von „Hänsel und Gretel“ an der Staatsoper Stuttgart war zuletzt allerdings von den Repressalien gegen Regisseur Kirill Serebrennikow überschattet. Am 9. Dezember 2017 ging an der Oper Kiel die Neuproduktion von Richard Strauss‘ „Arabella“ unter seiner Leitung über die Bühne. Dazu die Kieler Nachrichten: „Wie so oft, wenn GMD Georg Fritzsch Strauss dirigiert, hat man das Gefühl: so muss es sein- mit Temperament und Finesse, dabei unsentimental flüssig, wo Kitsch dräut.“

Von der Klassik bis zur Uraufführung

Georg Fritzsch beherrscht ein umfassendes Repertoire unterschiedlicher musikalischer Epochen. Die großen Komponisten der deutschen Klassik und Romantik nehmen dabei einen besonderen Stellenwert ein, vor allem Mozart, Beethoven, Reger, Schubert und Mendelssohn, Bruckner, Richard Wagner, Gustav Mahler und Richard Strauss. Dazu fördert Georg Fritzsch Zeitgenössisches. Zum 1oo jährigen Jubiläum des Kieler Matrosenaufstand 1918, der als die Wiege der deutschen Demokratie gilt, wird er die Komposition „Falscher Verrat“ von Marco Tutino im November 2018 in Kiel uraufführen.

Prägung als Dirigent

Als Dirigent sieht Georg Fritzsch seine Entwicklung stark von der Tradition des bei der Sächsischen Staatskapelle an der Dresdner Oper gepflegten Stils beeinflusst. Seine Lehrjahre dort in den 1980ern haben nach wie vor für ihn prägende Bedeutung was die Interpretation des Repertoires von Wagner und Strauss angeht. Fritz Busch, den GMD der Dresdner Oper zwischen 1922 und 1933, bezeichnet er in dessen Bemühen um Kunst und Künstler als eines seiner Vorbilder.

Strauss und Wagner – ein beeindruckendes Repertoire

2019 wird Georg Fritzsch an der Oper Kiel die Neuproduktion von „Die Frau ohne Schatten“ leiten und damit sein beachtenswertes Strauss-Repertoire um ein großes Werk erweitern. „Der Rosenkavalier“ (u.a. Staatsoper Stuttgart), „Elektra“ (u.a. Staatsoper Stuttgart, Aalto Theater Essen, Landestheater Innsbruck), „Salome“ (u.a. Staatsoper Stuttgart, Deutsche Oper am Rhein, Aalto Theater Essen 2018), „Ariadne auf Naxos“ (u.a. Staatsoper Stuttgart), „Die schweigsame Frau“ (Oper Kiel) und „Arabella“ (Oper Kiel, Premiere 9.12.) sprechen bereits heute für seine Expertise in Sachen Richard Strauss. Ein weiterer Meilenstein in der Laufbahn von Georg Fritzsch ist die Vollendung von Richard Wagners „Der Ring des Nibelungen“ an der Oper Kiel im März 2018, den er in der Spielzeit 2015/16 begonnen hat. „Götterdämmerung“ hat am 10. März 2018 Premiere. Ende Juni, Anfang Juli wird dann der gesamte „RING“ unter der Leitung von Georg Fritzsch an der Oper Kiel zu erleben sein. Damit hat Georg Fritzsch alle Wagner Opern, mit Ausnahme der Frühwerke, im Repertoire und zeigt damit auch seine Expertise für die Werke Richard Wagners.

Ein Herz für den Nachwuchs

Neben seinen zahlreichen Verpflichtungen als Dirigent engagiert sich Georg Fritzsch sehr für die Förderung junger Dirigenten und Dirigentinnen. Nach seiner Professur an der Musikhochschule Tilburg (NL) leitet er seit 2003 regelmäßig Dirigierkurse für das Dirigentenforum des Deutschen Musikrates. Mit Beginn des Studienjahrs 2017.18 übernahm Georg Fritzsch eine Professur für Dirigieren an der Hochschule für Musik und Theater in München als Nachfolger von Bruno Weil. Mit einem Nachwuchsprojekt, dem er sich mit großem Engagement widmet, machte Georg Fritzsch in Kiel Furore. Er gründete den Verein „Akademien am Theater Kiel e.V.“ und ermöglicht damit ca. 350 Kindern und Jugendlichen aus allen sozialen Schichten eine kostenlose künstlerische Ausbildung bei arrivierten Künstlerinnen und Künstlern. Dazu gehören die Chorakademie mit 250 Mitgliedern, die Orchesterakademie mit 40 Mitgliedern im Alter von 12 – 19 Jahren, sowie die Ballettakademie mit 50 Mitgliedern. Bisheriger Höhepunkt ist die Uraufführung des Auftragswerks „Marina, die kleine Meerjungfrau“ im Juni 2017. Für die Akademien am Theater Kiel e.V. ist Georg Fritzsch nicht nur künstlerischer Impulsgeber kümmert sich auch um die Finanzierung. Den jährlichen Budgetbedarf von rund 90 000 Euro decken Sponsoren und öffentliche Geldgeber ab, die der GMD persönlich für sein Herzensprojekt gewinnt.

Jedes Ding hat seine Zeit

Mit diesem Zitat aus dem „Rosenkavalier“ kommentiert Georg Fritzsch seine Entscheidung, mit Ende der Spielzeit 2018/19 seine Tätigkeit als Generalmusikdirektor in Kiel nach 16 erfolgreichen Jahren zu beenden und sich neuen künstlerischen Herausforderungen zuzuwenden. Viele Entwicklungen tragen die Handschrift von Georg Fritzsch und ergeben die mehr als positive Bilanz einer künstlerisch und inhaltlich reichen Zeit: Das Philharmonische Orchester wurde vergrößert und spielt nun das klassische Repertoire „historisch informiert“ mit Naturinstrumenten und Klassikbögen. Der Etat des Theaters Kiel hat sich unter Georg Fritzsch als Vorstandsmitglied der AÖR von 23 Mio. € auf dann 36 Mio. € entwickelt. Die Akademien am Theater Kiel sind eine beachtete Erfolgsgeschichte.

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